François Guy

Distillerie Armand Guy

Seit 1890

Eine Nachbarschaftsgeschichte

Die Geschichte der Brennerei Armand Guy ist fest verbunden mit der meiner Familie väterlicher Seite. Als ich ein Kind war, war der Mann meiner Tagesmutter ein Mitarbeiter der Brennerei und nicht nur deswegen, sondern auch weil die Brennerei ein paar Häuser weiter der Familienfirma lag, hatte ich einen Bezug zu ihr. Immer als ich dort sein dürfte, freute ich mich über den guten Geruch des Anises. Ich konnte die Pflanzen sehen, fühlen und riechen. Und natürlich durfte ich als Kind das Anissirup „Siranis“ kosten… sogar pur. Dieses Sirup gehört heute immer noch zu einem meiner Lieblingsgetränke. Es hat weniger Zucker als zum Beispiel ein weltweit bekanntes amerikanisches Getränk ist aber gleichzeitig sehr aromatisch (obwohl die Inhaltstoffe alle natürlich sind). Das Sirup wird mit eiskaltem Wasser gemischt und serviert. „Siranis“ wird sowohl den Eltern wie auch den Kindern gefallen. Heute trinken mein Vater und ich genau wie mein Urgroßvater und seine Söhne damals den „Pont“ als Aperitif.

Der Anfang: Armand Guy – der Visionär

Aber zurück zur Geschichte der Brennerei. Armand Guy - der Urgroß-Vater von François Guy - gründete im Jahr 1890 eine Absinthbrennerei mit der finanziellen Unterstützung eines Käse-Herstellers aus Champagnole (ca. 30 km von Pontarlier entfernt). Er hätte damals nie gedacht, dass er so erfolgreich sein würde. Doch sein Genie lag in seinen Fähigkeiten, innovativ und kreativ zu sein. 1902 entwickelte er ein Rezept für einen Tannenlikör (Le Vert Sapin), der aus Tannenspitzen gewonnen wurde. Der Likör wurde damals in selbstgefertigte Holzflaschen gefüllt. Die Inspiration für den Likör kam aus Erinnerungen seiner Kindheit, als er ein Hustensirup mit ähnlichem Geschmack trinken musste. Armand Guy hat auch persönlich die Graphik und das Logo der Firma (der Adler über den Tannen) entworfen. In einem Wort war er sehr erfinderisch.

Anfang des 20. Jahrhundert gab es in Pontarlier 22 Absinthbrennereien. Der Erfolg dieser Industrie lag an der geographischen Lage der Stadt: Die Pflanzen haben die besten Bedingungen und es gab einen wichtigen Militärstützpunkt von Soldaten, die später in verschiedene Kolonialbesatzungen Frankreichs, vor allem in Afrika, eingesetzt wurden. Die Soldaten waren damals die besten Abnehmer und die ersten unbewussten Vermarkter weltweit. Die Distillerie Armand Guy mit seinem Absinth, seinem Tannenlikör und weiteren Produkten war eine der 22 Brennereien. Im Jahr 1914 verhängte die französische Regierung ein Verbot des Verkaufs und des Konsums des Absinths. Im März 1915 tritt eine Verordnung in Kraft, die die endgültige Fabrikation, den Transport und den Verkauf des Absinths verbietet. Schwierig für diese Industrie in solch einer Situation zu überleben. Armand Guy hält die Firma in diesen Jahren, durch die Herstellung von Tannenlikör und weiteren Einkommensquellen wie z.B. den Verkauf von Cidre, Heizungsholz, Schafsfleisch, etc. am Laufen.

Erfolg der Firma und Wiedergeburt des Absinths

Ab dem Jahr 1920 verändert sich die Situation. Der französische Staat beschließt die Erlaubnis der Produktion von Anisaperitifs ohne die Verwendung der Pflanze Absinth. Der Alkoholanteil musste weniger als 30% betragen, der Zusatz von Zucker auf weniger als 200 g/l beschränkt sein und die Flüssigkeit eine andere Farbe als Grün aufweisen. Ab Oktober 1922 wird ein Alkoholgehalt bis 40% und ab dem Jahr 1938 bis zu 45% erlaubt. Während dieser Zeit hat 1921 Armand ein Getränk entwickelt, das er am 12. Mai 1922 unter dem Namen „Pontarlier-Anis“ als Warenzeichen eintragen ließ. Heute nennt man ihn kurz und schlicht den „Pont“.

Der Erfolg des „Pontarlier-Anis“ ist groß und außer den Schwierigkeiten des 2. Weltkriegs wächst die Brennerei und modernisiert sich weiter. Im Jahr 2001, nach dem das Verbot des Brennens von Absinths mit Einschränkungen aufgelöst wurde, gelingt es François Guy, der gelernter Koch und der Ur-Enkel von Armand ist, nach mehreren Versuchen einen Absinth zu brennen. Der Absinth von François Guy ist heute DIE Referenz unter den Prüfern. Als letzte Absinthbrennerei in Pontarlier, die früher Absinth-Welthauptstadt war, wird in der „Distillerie“ Armand Guy der Absinth durch die traditionelle Methode und nur mit natürlichen Zutaten erzeugt. Ein Feld für die Absinthpflanze wurde in der Nähe von Pontarlier angelegt und der grüne Anis für den Absinth sowie für den Pontarlier-Anis kommt aus Alicante in Spanien, da die Qualität dort am besten ist.

Zu sagen, dass diese Produkte bessere „Medizin“ sind, wäre vielleicht übertrieben. Doch ein normaler Konsum schadet nicht… Lassen Sie sich überzeugen!

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